• Politik

    Die „Karawane“ und was sie mit den Juden in Vorkriegs-Deutschland verbindet

    Die Juden im Deutschland der Vorkriegszeit waren nur einfache deutsche Bürger, die aus ihrer Heimat fliehen wollten. Fliehen, um den Grausamkeiten ihrer faschistischen Nachbarn und Mitmenschen zu entgehen. Sei es der Nachbar, der plötzlich Blockwart war, die Kinder in der HJ oder die Metzgersfrau mit Mutterkreuz. Der Rassismus und Anti-Semitismus hatte sich in der ganzen Gesellschaft etabliert und war zur alltäglichen Gefahr geworden. Davor mussten Juden damals fliehen, wenn sie überleben wollten. Genau so wie die Menschen in der „Karawane“, auch sie flüchten vor den Grausamkeiten ihrer Heimat. Damals waren es Deutsche, denen ein Recht sich Tod und Vernichtung zu entziehen von niederträchtigen Menschen in Nachbarländern verwehrt wurde. Dazu zählte…

  • Kultur,  Politik

    Öffentliche Medien für den Cyber-Space

    Als Reaktion auf die Geschehnisse vor und während des Zweiten Weltkriegs hat der Staat am Ende der 1940er Jahre den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geschaffen. Als Medium mit Bildungsauftrag, statt als Propagandainstrument. Dazu gab es Gesetze und Staatsverträge, die eine möglichst geringe Staatsnähe bewirken sollten. Im Rückblick kann man sagen, dass diese Einrichtungen ihre Aufgabe nicht schlecht erfüllt haben. Das Prinzip Bildung statt Propaganda wurde zwar durch die Aufnahme der Propagandasender des Honecker-Regimes trotz personeller Umgestaltung verwässert und der Bildungsauftrag glitt in die Untiefen eines Unterhaltungsauftrags ab und Aspekte wie Quoten oder Medienresonanz erhielten Gewicht, aber die meisten Landesrundfunkanstalten bemühen sich weiterhin Qualität zu produzieren und den Bildungsauftrag wenigstens im Ansatz zu…

  • Politik

    Obdachlosigkeit

    Es sind aktuell 1,2 Millionen Wohnungslose, von denen mehr als die Hälfte oder fast 700.000 anerkannte Flüchtlinge sind, die keine eigene Wohnung haben, sondern in Sammeleinrichtungen (Lagern) untergebracht sind. Dazu muss man wissen, das es Ende der 1990 genauso viele waren, damals waren es hunderttausende Aussiedler und Kosovo-Flüchtlinge, die in Lagern lebten. Und das nicht wegen aktueller politischer Entscheidungen, sondern wegen zum Teil über 50 Jahre alten rechtlichen Grenzen. Man kann keine Enteignungen oder Zwangsbelegungen leerer Wohnung durchführen um Wohnungslose unterzubringen. Es gibt zuwenig Wohnungseigentümer die an diese Gruppe vermieten wollen. Deshalb sind die Leute in Sammelunterkünften und gelten als wohnungslos. Obdachlose sind nur die, die lieber „Platte machen“, als…

  • Kultur

    Germanen, Teutonen, Deutsche?

    Bei der ganzen Diskussion um deutsche Leitkultur, Patriotismus, Nationalismus und anderen historischen Ballast wird oft auf das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ verwiesen. Das gab es aber nie. Es gab ein „Imperium Romanum regnum teutonicum“. Zur Erinnerung „teutonicum“ ist eine Bezeichnung aus dem Militär-Slang der Römer der vorchristlichen Zeit. Es ist das Gegenstück zu „gallicum“. Beides bezeichnet Gebiete nördlich der Alpen, das eine westlich des Rheins (gallicum) und das andere das östlich des Rheins (teutonicum). Es sind geografische Bezeichnung, keine Namen von Völkern oder Ethnien. Und die Bevölkerungsgruppen, die damit bezeichnet wurden, sind damit geografisch klassifiziert. So wie „Talbewohner“, „Bergler“ oder „Leute vom Fluss/aus dem Osten“. Es wurde erst 1000…