Politik

Mitarbeiter fallen nicht vom Himmel – Migration ist überlebenswichtig

Heute morgen bin ich auf dem Weg zum Parkplatz an zwei Altenheimen (Wir zahlen über Tarif, plus Boni, plus angenehme Arbeitsatmosphäre …), mehreren Einzelhändlern (suchen Metzger, Fachverkäufer/in, engagierte Mitarbeiter – zahlen über Tarif …) und auf der Heimfahrt zwei Industriebetrieben vorbeigekommen, bei denen so viele Schilder am „Wir stellen ein“ Gestell hängen, dass die untersten im Gebüsch verschwinden.

Und dann liest man in der Zeitung, dass wieder ein Afghane, Syrer oder Iraker abgeschoben werden soll, der einen Arbeitsplatz hat, sich in der Nachbarschaft integriert hat, eine eigene Wohnung hat und vielleicht schon Kinder in der Schule. Also Menschen, die nicht nur den Willen zur Integration zeigen, sondern den Weg schon erfolgreich beschreiten.

Und da schicken die Leute weg? Soll man die Verantwortlichen prügeln? Dieses Treiben ist nicht nur aus humanitären Gründen schrecklich, die Herkunftsländer sind weit von einem sicheren Zustand entfernt. Das Außenministerium warnt Deutsche vor dem Aufenthalt in diesen Ländern und dem damit verbundenen hohen Risiko. Und volkswirtschaftlich können wir über jede neue Arbeitskraft und jeden neuen Konsumenten nur froh sein. Dass es im privaten und gesellschaftlichen Raum ebenfalls eine Bereicherung ist, braucht man dann gar nicht mehr erwähnen. Hier gegenzusteuern ist ein Schaden am Land, am Volk und der Zukunft Deutschlands.

Und das Problem hat eine erhebliche Dimension.

Da wir keine Zuwanderung in die Rentensysteme kennen, muss man jede offene Stelle mit 1,7 multiplizieren um auf die notwendige Zuwanderung zu kommen. Wir haben 1,2 Millionen offene Stellen, Überstunden im Gegenwert von 1 Million Arbeitsstellen werden geleistet. Das wäre eine Zuwanderung von 2,2*1,7=3,75 Mio., die notwendig wäre, um den aktuellen Bedarf zu decken. Die 3,75 Millionen wären ein Bevölkerungszuwachs von rund 4,5%. Da Zuwanderer alles zusätzlich anschaffen müssen, höhere Nachfrage generieren, auch weil sie jünger sind und in die konsumstarke 14-49 Gruppe fallen, erzeugen sie anderthalb Mal (7% Zuwachs) mehr Konsum als Familien aus Folgegenerationen. Das bedeutet 2,5 Mio mehr Arbeitsplätze um den Zusatzkonsum der Neubürger zu decken.

:kraftausdruck: – Zuwanderung erzeugt mehr Arbeitsplätze als sie besetzen kann …

Dann verschärft sie das Problem, statt es zu lösen.

Nicht ganz, es gibt da noch einen Spielraum im ländlichen Raum, in so genannten strukturschwachen Gebieten . dort ist die Kapazität nicht ausgelastet. Schulen und Krankenhäuser stehen vor der Schließung, Läden stehen leer und Handwerk und Dienstleistungen kämpfen ums Überleben.

Wenn man die Zuwanderung in diese Gebiete leitet, dann ist es tatsächlich ein positiver Effekt, der auch zu einem Grenzwert der Sättigung kommen kann. Hier gibt es die Spielräume um diesen zusätzlichen Konsum abzufedern und Mehreinkommen zu generieren. Für solche Gebiete ist das eine Perspektive zur Wiederbelebung.

Das große Problem ist aber, dass das geplante Fachkräfte-Einwanderungsgesetz Null Effekt in diesen strukturschwachen Gebieten hat. Im Gegenteil, es schafft in den urbanen Räumen mehr Nachfrage, mehr als diese Zuwanderer decken können. Vor allem, weil diese Auswahl an Zuwanderern eine höhere soziale Schicht präferiert und so noch höheren Konsum in den Markt spült. Da würden 3,5-4 Mio. neue Mitbürger sogar 10% mehr Bedarf erzeugen und das bei Reihenhäusern, SUVs, Passat aufwärts, E-Klasse-Migranten kann man das nennen.

Diese kann man auch nicht erfolgreich motivieren in die strukturschwachen Gebiete zu ziehen und dort zu leben und zu arbeiten. Dies kann man nur mit dem Wohnortzuweisungsgesetz, das sich aber nur auf Spätaussiedler und Asylanten anwenden lässt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein großer Teil der Zuwanderung über die Flüchtlingsbewegungen stattfindet und sich so staatlich lenken lässt.

Die Fachkräfte-Zuwanderung über das Einwanderungsgesetz bietet diese Möglichkeiten nicht. Hier ist Deutschland Bittsteller und Bettler, der um die Gunst dieser Zuwanderer buhlt. Denn in anderen Ländern ist das Gehaltsniveau höher, die gewerkschaftliche Vertretung besser und das Freizeit-Angebot besser. Und wenn schon Frankfurt oder Berlin nicht mit Dublin, Paris oder Wien konkurrieren können, dann kann es die Westpfalz oder Mecklenburg erst Recht nicht.