Politik

Der kranke Mann vom Potomac

Der Mann Donald J. Trump sollte mit Nachsicht behandelt werden. Er hatte nicht die besten Voraussetzungen, er stammt aus einer Familie mit kriminellem Hintergrund, Wirtschaftsflüchtlingen und Entwurzelten. Er brauchte bis zur Pubertät individuelle Betreuung und konnte keine öffentliche Schule besuchen, auch danach war er auf den Besuch von Sonderschulen angewiesen.

Dann wurde er in die mafiösen Strukturen seines Familienclans eingebunden, musste vom Vater alimentiert werden und konnte nur mit diesem System sinistrer Geschäfte seinen Lebensunterhalt bestreiten. Als mehrfacher Bankrotteur war es dann auch klar, dass er nur noch von einer dubiosen russisch-arabischen Bank, der „Deutschen Bank“, weiterhin Geld geliehen bekam, um seine Immobilienverwaltung zu betreiben, nachdem fast alle so genannten Trump-Tower an Hotel-Konzerne, Immobilienfonds und dubiose Oligarchen verkauft wurden und der Rest einen Milliardenkredit absichert.

Und sein fragwürdiges Sozialverhalten, er hatte kein familiäres Vorbild an dem er sich hätte orientieren können um Anstand, Sitte und Moral zu erlernen. Zusätzlich wuchs er in den USA auf, einer rückständigen Gesellschaft in der noch Case Law praktiziert wird, es kein „Precautionary Principle“ gibt und das Recht des Stärkeren (Reicheren) positiv besetzt ist. In dieser mittelalterlichen Gesellschaft des vorigen Jahrhunderts war es nicht verwunderlich, dass er Misogynie und Hybris entwickelte. Auch der theokratische Rahmen eines anti-aufklärerischen Staates in dem religiöse Sekten eine dominierende Rolle spielen war eher hinderlich als förderlich für eine gesunde sozial-ethische Prägung und Entwicklung des jungen Donald.

Alimentiert und ohne eigene Leistungsanreize wurde er eben der Dandy, der er heute ist. Ein Nichtsnutz und Blender, für den die Fassade mehr zählt als die Substanz.

Ein moderner Potemkin, dessen Dörfer in die Höhe gebaut wurden, dessen Gesetze und Regierungshandeln Blendwerk ist, ohne Nachhaltigkeit und bleibenden Effekt.

Und wenn keine Steuern mehr übrig sind um sie zur Konjunkturförderung zu senken, sie als Steuergeschenke in Subventionen für die Industrie zu verwandeln, wenn keine Einnahmen mehr da sind um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten und die Synergieeffekte staatlichen Handelns zu garantieren, dann werden diese Trumpschen Fassaden noch vom Niedergang der USA Zeugnis ablegen. Von der Zerstörung der „Human Ressources“ durch ein mangelhaftes Gesundheitssystem, durch hohe Schwellen beim Zugang zu qualifizierter Bildung und durch Schaffung eines proletarischen Prekariats von Lohnsklaven.

Man wird sich an ihn als naiven und unwissentlichen Handlanger anderer Machtblöcke erinnern, der die fragile und unterentwickelte Demokratie der USA endgültig destabilisierte und neben dem traditionellen Wahlbetrug durch Gerrymandering und Voter-ID-Laws durch Untätigkeit die Türen öffnete für Cyber-Warfare und Medien-Manipulationen.

Jemand, der so von der Geschichte abgestraft werden wird, der braucht nicht noch die Häme zeitgenössischer Medien und Kritiker, der braucht Hilfe und Unterstützung. Der braucht jemand, der ihm Rechnen, Schreiben und Lesen beibringt.

Dass er polygam ist, keinen Gott und kein Gebot kennt, das konnte man auch von Willy Brandt sagen, der zwar eine Generation älter war, aber wie schon gesagt, der kleine Donald wuchs ohne soziale Kontakte in einem derartigen Umfeld auf, das man in Deutschland wilhelminisch nennen würde. Mit allen Elementen des Stände-Staates und eines aristokratischen Regimes. Dass er dann das Gehabe eines Landadligen aus vorrevolutionären Zeiten entwickelt ist verständlich. Hier nach der Guillotine zu rufen ist nicht zeitgemäß, das entspricht eher seinem eigenen devianten Weltbild, in dem Kinder in Käfigen landen und vor Gewalt fliehende Menschen als Gewalttäter bezeichnet werden.

Auch wenn er schon älter ist und erste Anzeichen von Demenz und körperlichem Verfall sichtbar werden, auch in diesem Alter gibt es noch Therapiechancen. Auch mit seiner schlechten Zahn-Prothetik ist er nur das Opfer der Gesundheitspolitik seiner Vorvorgänger, wird er doch in der Sturheit seines Krankheitsbildes sicherlich die Teilnahme an „Obamacare“ abgelehnt haben und statt moderner Zahnimplantate nur eine Prothese tragen. Auch solche Auswirkungen eines „Failed State“ ohne breit aufgebautes Gesundheitswesen kann man ihm nicht anlasten. Hier trägt und zeigt er die Hypothek der Vergangenheit. Als wirtschaftlich ruinierter Akteur an der Grenze der Legalität, angewiesen auf seine Honorare als TV-Host, verpflichtet seine potemkinsche Kulisse aufrecht zu erhalten, kann er sich keine zeitgemäßen Standards leisten.

Mit so einer angespannten persönlichen Finanzlage ist er dann auch nicht in der Lage sich gesund zu ernähren und einer Verfettung seiner Hüften entgegen zu arbeiten. Ihm bleibt nur der kreislaufschonende Golf-Sport, bei dem auch die Unterstützung von Mobilitätshilfen benötigt, offensichtlich nicht in der Lage den gesundheitlich fördernden Teil, die langen Fußmärsche zwischen den Abschlägen, selbst zu gehen. Weshalb er auch Golfplätze mit geringer Flächenausdehnung vorzieht und diese auch für ähnlich Beeinträchtigte organisiert und vermarktet.

Dass er damit zusätzlich an seiner Echo-Kammer und sozialen Blase weiterbaut dürfte ihm gar nicht bewusst sein. Er lebt in der kleinen Welt der 1$-Cheeseburger-Eater, der Kurzstreckengolfer, White Supremacists und dubioser Oligarchen.

Was soll da aus ihm werden, wenn nicht das was er ist?

Helft dem Mann.

Und ihr helft damit den USA – denn seine Wahl, die Umstände seiner Regierung, sie sind nur die Symptome einer tiefen Zerrüttung seines Landes.