Politik

Die „Karawane“ und was sie mit den Juden in Vorkriegs-Deutschland verbindet

Die Juden im Deutschland der Vorkriegszeit waren nur einfache deutsche Bürger, die aus ihrer Heimat fliehen wollten. Fliehen, um den Grausamkeiten ihrer faschistischen Nachbarn und Mitmenschen zu entgehen. Sei es der Nachbar, der plötzlich Blockwart war, die Kinder in der HJ oder die Metzgersfrau mit Mutterkreuz. Der Rassismus und Anti-Semitismus hatte sich in der ganzen Gesellschaft etabliert und war zur alltäglichen Gefahr geworden. Davor mussten Juden damals fliehen, wenn sie überleben wollten.

Genau so wie die Menschen in der „Karawane“, auch sie flüchten vor den Grausamkeiten ihrer Heimat.

Damals waren es Deutsche, denen ein Recht sich Tod und Vernichtung zu entziehen von niederträchtigen Menschen in Nachbarländern verwehrt wurde. Dazu zählte die Schweiz mit ihrer „Boot ist voll“-Richtlinie, Frankreich und andere, die nicht in einen Konflikt mit dem Reich gezogen werden wollten und sich stattdessen lieber feige vor den Faschisten verneigten und später unverholen kollaborierten. Aber auch die britischen Nichtsnutze und ihr Appeasement verhinderten eine Massenflucht.  Millionen Deutsche sind deswegen in Vernichtungslagern wie Buchenwald gestorben.

Es waren stolze und aufrechte Amerikaner, die für die Würde und die universellen Menschenrechte kämpften, gegen die Wiederkehr des dunklen Zeitalters und die Abkehr von Anstand und Menschlichkeit. Die zusammen mit der sowjetischen Armee einen hohen Blutzoll bezahlten um den Faschismus mit seinem Rassismus und Anti-Semitismus, mit seinem Hass auf Minderheiten und „die Anderen“, in die Schranken zu weisen.

Im heutigen Fall, der „Karawane“ aus Südamerika, fliehen Menschen vor korrupten Regierungen, drohendem Tod durch Bandenkriminalität und einige sogar vor Sklaverei. Und was macht die US-Regierung, sie benimmt sich genauso widerlich wie die Schweiz in den 1930ern. Ein Staat muss entweder militärisch gegen die Gewalt, Korruption und Unmenschlichkeit in den südamerikanischen Herkunftsländern vorgehen, die menschenunwürdigen Verhältnisse beenden oder den Opfern dieser drohenden Gewalt Zuflucht gewähren. Die Trump-Administration tut nichts dergleichen, sie unternimmt nichts gegen diese Gewalt. Und indem sie nichts tut, unterstützt sie diese Täter und macht sich selbst zum Komplizen.

Die Zurückweisung der flüchtenden Menge wird zum Teil der Grausamkeiten.

Die US-Regierung gibt den Menschen in der „Karawane“ zu verstehen, dass sie zu Hause bleiben sollen, gehorchen und akzeptieren sollen versklavt oder getötet zu werden. Nicht nur das, die Heimatschutzministerin gesteht öffentlich militärische Aktionen gegen die Menschen der „Karawane“ zu planen, auf diese Flüchtenden schießen zu wollen, falls sie die Grenze überschreiten.

Damit sind die USA kein passiver Teil mehr, sondern beteiligen sich aktiv daran, Terror in die Herzen dieser verzweifelten Flüchtlinge zu säen und ihre Hoffnung auf Hilfe zu zerstören. Das unterstützt diejenigen, die in Südamerika mit Gewalt herrschen.

Diejenigen, die in die USA fliehen, wissen nicht, zu welcher Art Staat die USA seit dem Zweiten Weltkrieg geworden sind. Sie halten die USA immer noch für den ‚glänzenden Ritter‘, der sie vor Jahrzehnten war. Sie wissen nicht, dass dies nur eine Hülle war und nicht etwas, das in der US-Gesellschaft verwurzelt ist. In den 1930ern war die Anzahl der Amerikaner, die mit den Nazis sympathisierten nicht gerade klein. Vom Ku-Klux-Klan bis zum Vater der Koch-Brothers gab es Unterstützung für Hitler und sein Regime.

Die Flüchtenden kennen weder die Bedeutung von Guantanamo oder der CIA-Gefängnisse, nicht die Völkerrechtswidrigkeit der heimtückischen Drohnenattacken auf Zivilisten oder andere Kriegsverbrechen der US-Regierung. Sie wissen nicht, dass die USA des 21. Jahrhunderts eine faschistische Theokratie ohne Rechtsstaatlichkeit sind. Ein Ständestaat, in dem Geld Urteile und Gerichtsentscheide via Anwaltskompetenz kaufen kann, Wahlen fälschbar sind, das Wahlrecht von Nicht-Weißen eingeschränkt wird und die Regierung eine Jauchegrube der Vetternwirtschaft ist. Eine Regierung, die mörderische Verrückte wie Kim Il-Sung, Putin oder Mohammed bin Salman unterstützt und wertschätzt.

Deshalb suchen diese Menschen nach einer neuen Heimat in den USA, werden aber mit der Hölle auf Erden konfrontiert. Einem Land in dem Anerkennung für Skrupellosigkeit und Arroganz nicht die Ausnahme sind und Solidarität und gemeinschaftliches Handeln als schändlich verteufelt werden.

Es scheint, dass das dunkle Zeitalter wieder aufersteht. Geschützt von Trump und anderen Feinden der Aufklärung und Vernunft.