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Guten Rutsch!

Ab und zu hört man die Leute rätseln wo der Ausdruck herkommt, wenn zum Jahreswechsel „Guten Rutsch!“ gewünscht wird. Manche sagen vom jüdischen „rosch haschana“, andere verweisen auf das Glatteis, das es früher regelmäßig an Neujahr gab, beides ist falsch.
Erste Belege für den Ausdruck finden sich in Zeitschriften und Kurzgeschichten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und dort nicht auf den Jahreswechsel bezogen, sondern als Wünschen einer guten Reise, einer guten Fahrt, vergleichbar dem englischen „godspeed“.
Und von da hat es sich übertragen auf das Wünschen einer guten Reise durchs neue Jahr am Jahresende. Vielleicht stand die Idee der „Lebens als Reise“ Pate, eines beliebten Predigtmotivs ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – eine Allegorie auf das Älterwerden als Weg durch schicksalhafte Wendungen.
Das Wort „Rutschen“ kommt dazu noch vom mittelhochdeutschen „rütschen“ oder „rützen“, sich fortlaufend und quasi gleitend fortbewegen. Eine kontinuierliche Bewegung, wie man sie mit der Zeit durchs Jahr ausführt. Ein Entsprechung für das Bild des Reisens.
Einen „Guten Rutsch“ wünschen bedeutet demnach eine „Gutes Reise des Lebens“ wünschen.