Politik

US-Zinsen steigen – nicht ohne Folgen

Ja, ja, die Leute haben Hillary nicht gewählt, weil sie keine Klüngelwirtschaft im rechtlich zulässigen Rahmen wollten. Jetzt haben sie Trump, noch reicher, noch mehr Oligarch, noch mehr Klüngel, und er verändert die Gesetze zu Lasten des kleinen Mannes, damit noch mehr gefrackt und gepipelined werden kann. Und alle Infrastrukturprojekte werden über privat-public-partnerships realisiert, die Zeche bezahlen zukünftige Generationen über die fortan für ewige Zeiten festgeschrieben Mautpflicht. Er plündert damit den letzten Vermögensbestand der USA, den öffentlichen Raum.

Und aktuell sind die Zinsen in den USA um 1,6% gestiegen. Das kostet alle mit Healthcare-Loans, Student-Debt, Kreditkarten-Schulden oder Hauskauf-Hypotheken jedes Jahr 0,016 mal 18 Billionen US$ gleich 288 Milliarden US$ im Jahr. Und wen trifft es da besonders, die mit Kohle auf dem Konto? Nein. Die haben einerseits keine Schulden, die verleihen das Geld und verdienen daran. Die kassieren die 288 Milliarden US$.

Der Betrag macht übrigens 4% der Lohnsumme aus. Und zwar per heutigem Tag. Es kann im Laufe der kommenden Monate noch schlimmer werden und zusätzlich sorgt ein derartiger Zinssprung auch für Inflation. Das wird die Lohnempfänger nochmal mit 130 Mrd. belasten. Sind 420 Mrd. Minus gegenüber Oktober 2016 im kommenden Jahr.

Gewerbe, Handwerk und mittelständische Unternehmer trifft die Inflation weniger, aber die Zinsen stärker. Da diese den gleichen Anteil am BIP bewegen, sind es ungefähr 300 Mrd. US$ an zusätzlicher Belastung.

Die Großunternehmen werden vom sinkenden US$-Kurs belastet und erleben die Auswirkung als Verteuerung der Importe. Weshalb Trump diese einschränken will um die Auslösung einer Rezession zu verhindern. Aber dann werden die Unternehmen mit wesentlich höheren Erzeugerpreisen amerikanischer Hersteller konfrontiert oder haben schlicht keine einheimischen Erzeuger auf die sie ausweichen könnten. Beispielsweise werden Spezialstähle fast alle nur von deutschen oder chinesischen Herstellern angeboten. Was das bewirkt? Die Einkaufspreise machen gesamtwirtschaftlich knapp ein Drittel des Warenumsatzes aus. Im Endprodukt wäre das dann eine Preiserhöhung von über 15% für Konsum- und Investitionsgüter.

All das könnte nur kompensiert werden, wenn man die Wertschöpfung erhöht und die Wirtschaft boomen würde. Aber der Facharbeiter- und Akademiker-Markt in den USA ist leer gefegt. Und wenn die illegalen Mexikaner ausgewiesen werden, dann bricht auch der Markt der ungelernten Hilfskräfte zusammen. Nach den Wachstumsjahren unter Obama hat die US-Wirtschaft die Grenzen ihres Wachstums erreicht.

Und die Trump/Pence-Anhänger, die will keiner als Arbeitskräfte. Wer will jemand einstellen, der sich weigert Schwule zu bedienen, der nicht mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ethnien zurecht kommt und der denkt die Erde wäre erst ein paar tausend Jahre alt?

Die USA werden eine Umschichtung öffentlicher Ausgaben erleben. Kürzungen im sozialen Bereich zu Gunsten einer Subventionskampagne, die Konzernen über eine Steuersenkung Geld zukommen lässt um die Wirtschaft zu pushen. Aber diesen Stimulus kann man nur einmal verwenden, denn weniger als keine Steuer kann man nicht verlangen, Die USA werden dann zur Steueroase, nur sind sie zu groß um davon profitieren zu können. So viele Superreiche gibt es nicht. Damit können sich Zwergstaaten wie die Schweiz oder die Bahamas über Wasser halten, ein bevölkerungsreicher Flächenstaat wie die USA nicht.

Über mehrere Jahrzehnte werden sich dann auch die Probleme mangelhafter Bildung und schlechter Gesundheitsvorsorge deutlich zeigen. Die US-Workforce wird ohne kompetenten Nachwuchs Leistungsfähigkeit verlieren. Die schlechte Infrastruktur, verkommene Natur und sozial fragwürdige Zustände mit Armutsvierteln und Trailer-Parks wird den Zuzug akademischen Nachwuchses aus dem Ausland versiegen lassen.

Und die Geschichte wird anschließend sagen, dass alle Präsidenten nach Jimmy Carter mit beteiligt waren den amerikanischen Traum zu zerstören und dass die Chance Bernie Sanders zum Präsidenten zu wählen versäumt wurde.  Und die Zinserhöhungen sind der Anfang des Endes.